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Projekt diBAss: Neue Chancen im Arbeitsleben

Sie sehen das Logo des Projektes diBAss. In diesem Projekt geht es um die Unterstützung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen durch digitale Assistenzsysteme.

Können digitale Assistenzsysteme Menschen mit kognitiven Einschränkungen helfen, am Arbeitsleben teilzunehmen? Wie es gelingen kann, zeigt diBAss (digital Blended Assistance). Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die Herausforderungen und Lösungsansätze.

Projektziel

Ziel des Projekts diBAss ist es, Menschen mit kognitiven Einschränkungen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Der soziale Dienstleistungsbereich ist dabei besonders relevant, da gerade im Gesundheits- und Sozialwesen eine steigende Nachfrage nach Fachkräften besteht. Hier sollen digitale Assistenzsysteme in den Arbeitsalltag „eingemischt“ (= blended) werden und kognitiv eingeschränkte Menschen dabei unterstützen, Arbeitsprozesse selbstständig zu meistern, die sie vorher nicht oder nur unter ständiger Anleitung durchführen konnten.

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Sie sehen einen Screen zum Projekt diBAss. In diesem Projekt geht es um die Unterstützung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen durch digitale Assistenzsysteme.

Ansatz und Projektpartner

Das Projekt setzt auf innovative Lernansätze in Kombination mit erprobten digitalen Medien, wie beispielsweise Tablets. Ziel ist es, möglichst vielen Personen und sozialen Einrichtungen die Nutzung des diBAss-Systems einfach und kostengünstig zu ermöglichen.

Gemeinsam arbeiten DIAKONEO, die technische Universität Ilmenau, LIVINGSOLIDS GmbH  und wir an der Umsetzung des Projektes. Mit der Hilfe von Experten, wie Sozialpädagogen und hauswirtschaftlichen Fachkräften, gilt es zunächst festzustellen, in welcher Form Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Arbeitsalltag Unterstützung brauchen. Diese Anforderungen bilden die Grundlage für die technische Entwicklung des digitalen Assistenzsystems.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Das diBAss-System aus Sicht der Lerner

Sie sehen einen Screen aus dem Projekt diBAss. In diesem Projekt geht es um die Unterstützung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen durch digitale Assistenzsysteme.Für die kognitiv eingeschränkten Menschen präsentiert sich das diBAss-System in Form einer einfachen und motivierenden Tablet-App. Aussehen und Bedienung der App lassen sich dabei individuell an den jeweiligen Nutzer bzw. die Nutzerin anpassen. So lassen sich etwa Farben, Lernhelfer (Avatare), Größen und Texte individuell einstellen. Für Menschen mit schwachen Lesefähigkeiten können Texte ausgeblendet oder automatisch vorgelesen werden.

Die kognitiv eingeschränkten Menschen erhalten die Möglichkeit, reale Arbeitsabläufe Schritt für Schritt zu üben. Ein selbst gewählter Lernhelfer motiviert sie dabei. Mit Hilfe des Tablets können sie sich bei Unsicherheiten jeden Schritt direkt vor Ort nochmal ansehen. Sollten sie trotzdem einmal nicht weiter wissen, besteht auch die Möglichkeit, ihren Betreuer anzurufen.

Das diBAss-System aus Sicht der Betreuer

Sie sehen einen Screen aus dem Projekt diBAss. In diesem Projekt geht es um die Unterstützung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen durch digitale Assistenzsysteme.Betreuer von kognitiv eingeschränkten Menschen haben in der diBAss-App die Möglichkeit, auf einfache Weise Lernsequenzen zu erstellen. Die Lernsequenzen können sie einzelnen kognitiv eingeschränkten Menschen oder auch Lerngruppen zuordnen. Zudem können die Betreuer die diBAss-App für jeden kognitiv eingeschränkten Menschen individuell passend konfigurieren.

Ein besonderer Vorteil des diBAss-Systems ist die Option, Fotos und Videos aus dem realen Arbeitsumfeld einzusetzen. Die diBAss-App erlaubt den Betreuern, diese ganz einfach zu erstellen und in das diBAss-System zu integrieren. Häufig benötigte Medien können von verschiedenen Betreuern einer Einrichtung gemeinsam verwendet werden. Die Idee dahinter: Nach und nach werden alle relevanten Räume einer Einrichtung (bspw. Küche oder Werkstatt) digitalisiert und mit Lernsequenzen versehen. Anstatt generischer Inhalte lernen die kognitiv eingeschränkten Menschen so mit „echten“ Fotos und Videos aus ihrem realen Arbeitsumfeld. Bei Bedarf können Arbeitsanweisungen sogar von der bekannten Stimme des eigenen Betreuers vorgelesen werden.

Features zur Steigerung des Lernerfolgs

Um den Lernerfolg noch weiter zu verbessern, ist der Einsatz eines Bilderkennungssystems sowie von „Learning Analytics“ vorgesehen. Mit Hilfe der Bilderkennung lässt sich direkt am Tablet überprüfen, ob beispielsweise ein Tisch korrekt gedeckt wurde. Während des Übens mit der diBAss-App lassen sich – natürlich auf freiwilliger Basis – alle Lern-Aktionen erfassen. Dies erlaubt eine einfache Auswertung, an welcher Stelle bestimmte kognitiv eingeschränkte Menschen noch Hilfestellung oder zusätzliche Erklärungen benötigen. Zudem erlaubt es den Betreuern zu erkennen, wo bestimmte Lernsequenzen noch verbessert werden können.

Besonderheiten des Projekts

Das diBAss-System zeichnet sich durch seinen integrativen Ansatz und die Einbeziehung der Zielgruppen bereits während der Entwicklung aus. Die Nutzung soll dabei einfach und zugleich individuell auf die Begebenheiten vor Ort zugeschnitten sein. Im Fokus steht immer der konkrete Nutzen im realen Arbeitsalltag und das Ziel: zahlreichen Menschen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

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