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Mut zur Lücke – wie Performance Support die Produktivität steigern kann

Neben klassischen Lernformaten ist das Wissen im „moment of need“ ein wichtiger Faktor bei der betrieblichen Weiterbildung. Wer Informationen abrufen kann, wenn sie akut benötigt werden, schließt nachhaltig Wissenslücken und kann den kleinen Herausforderungen im Arbeitsalltag gelassen begegnen.

Wer zu Wissenslücken steht, kann diese erfolgreich schließen

„Weißt du, wie das geht?“, „Kannst du mir das kurz erklären?“ – so ziemlich jede*r kennt diese schnellen Fragen an die Büronachbar*innen. Fragen, wie diese unterstützen durch die soziale Interaktion den Lernprozess. Ebenso hilft das freiwillige Eingestehen von Lücken, Fehler nachhaltig zu vermeiden. Doch in unserer digitalen Arbeitswelt sind Büronachbarn*innen, die unterstützen können, nicht immer gegeben. In diesem Fall können die verschiedenen Formen des Performance Supports unterstützen:

Elektronische Performance Support Systeme (EPPS)

Beginnen wir mit der klassischen Methode, die bei den meisten e-Learning Agenturen auf der Webseite zu finden ist: Die elektronischen Performance Support Systeme. Dank der Vielfalt an Hersteller*innen gibt es verschiedene Arten und immer wieder Neuheiten in diesem Bereich. Grundsätzlich können wir zwischen den folgenden Arten unterscheiden.

Autarkes System

Das Supportsystem ist auf dem Desktop, als App oder online verfügbar. Lernende können ihre Frage oder passende Keywords eingeben und erhalten eine Anleitung – als Text, Video oder interaktives Element.

Integrierte Systeme

Der Support befindet sich direkt in der Anwendung. Lernende können über einen Reiter, Button oder Popup ihre Frage stellen. Sie erhalten die Antwort in der Form eines Textes, Videos oder einer interaktiven Übung.

Digitale Nachschlagewerke

Wissen, wo es steht: Kein Mensch kann sich alles merken. Umso wichtiger ist es, im Fall der Fälle zu wissen, wo die Antwort zu finden ist – ein wichtiger Schritt, um das Wissen letztendlich zu festigen. Was früher das Buch oder die selbst geschriebenen Lernzettel waren, sind heute absolvierte e-Learning-Kurse oder digitale Nachschlagewerke.

Absolvierte e-Learning-Kurse

Nach dem Abschluss eines Kurses dauert es meist, bis das Gelernte angewendet werden kann. Bis dahin ist aber schon viel vergessen. Und genau dann ist es gut, wenn Lernende noch einmal in das absolvierte e-Learning einsteigen können, um das benötigte Wissen aufzufrischen.

Nachschlagewerke

Diese Variante des Performance Support hat viele verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten. Es kann eine Art „Wiki“ oder FAQ im Intranet sein, in dem Fragen und Kurzanleitungen gesammelt werden. Auch eine Art Lernkartensystem ist möglich, etwa ein digitaler Karteikasten, der über mobile Endgeräte oder den Desktop zu erreichen ist. In diesem liegen Karten mit den wichtigsten Facts.

Soziales Lernen

Wie oben beschrieben ist die kurze Bitte um Unterstützung ein wichtiger Schritt im Lernprozess. Dabei spielt die soziale Interaktion eine ebenso große Rolle wie das Wissen selbst. Soziales Lernen (social learning) erfährt immer mehr Bedeutung und kann gut in den Performance Support integriert werden. Die meisten Lernmanagement-Systeme besitzen eine Chat- oder Forenfunktion, aber auch interne Messenger, wie Microsoft Teams können in diese Konzepte eingebaut werden.

Chat oder Forum

Lernende können sich nach einer Schulung in einem Forum oder Chat mit der Lerngruppe austauschen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Die Tutor*innen stehen moderierend zur Seite. Wahlweise können Lernende die Tutor*innen mittels privater Nachrichten um Rat fragen.

Chatbot

Im Bereich des sozialen Lernens gibt es noch eine besondere Form des EPSS. Ein Chatbot kann eine sozial-ähnliche Hilfestellung geben, in dem er auf verschiedene Elemente der Frage reagiert und eine passende Antwort oder Erklärung gibt. Kann der Chatbot die Frage nicht beantworten, übergibt er sie an die betreffenden Tutor*innen, die dann eine individuelle Antwort senden.

Eins haben alle Formen des Performance Support gemeinsam: Sie sollen die Lernenden im Moment des Bedarfs unterstützen und ihnen helfen, das Gelernte anzuwenden. Arbeitsprozesse werden somit nachhaltig vertieft und verbessert. Das steigert die Produktivität – ganz ohne Druck oder Frust auf Seite der Lernenden.