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Content-Player vs. Lernmanagement-System

Digitales Lernen ist in der aktuellen Zeit relevanter denn je. Große Unternehmen haben häufig die Infrastruktur, um Lerninhalte an Ihre Mitarbeiter*innen zu verteilen und Lernerfolge zu dokumentieren. Nur was tun, wenn keine Infrastruktur vorhanden ist, aber trotzdem mit e-Learning gestartet werden soll?

Was ist was? – Erklärung Lernmanagement-System (LMS) und Content-Player

Web-based Trainings profitieren von einer Umgebung in der ein Lernender diese abspielen kann. Natürlich kann das Unternehmen diese auch ohne einen verwaltenden Unterbau im bspw. Intranet über einen Webserver bereitstellen. Nutzt man aber einen Content-Player oder ein Lernmanagement-System, profitieren die Lernenden von Komfortfunktionen. Der Lernende kann: Lernstände speichern, das Training unterbrechen und beim nächsten Start in die zuletzt gelernten Seite einsteigen. Die Inhalte lassen sich personalisiert für die Lernenden oder von den Lernenden zusammenstellen.

Viele Anbieter fertiger Lernprogramme bieten Abspielumgebungen beim Erwerb Ihrer Inhalte mit an.

Bei der Auswahl kann man zwischen reinen Abspielumgebungen, den Content-Playern, und vollwertigen Lernmanagement-Systemen unterscheiden. Während Content-Player sich auf das Abspielen der Inhalte und die Bereitstellung von Komfortfunktionen für die Lerner beschränken, beinhalten Lernmanagement-Systeme weit mehr Möglichkeiten, Lerninhalte und Lernende zu verwalten. Lernstände, -zeiten und -erfolge werden gespeichert und lassen sich auswerten. Weiterhin werden Möglichkeiten geboten, Inhalte automatisiert verpflichtend mit Erinnerungen für die Lernenden und Eskalationen zu Vorgesetzen, wenn die Lernenden die Inhalte nicht durcharbeiten.

Lernmanagement-Systeme bieten also einen großen Verwaltungsumfang mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten, während Content-Player sich auf das Bereitstellen der Lerninhalte fokussieren.

Das schlägt sich natürlich auch in der Implementierung nieder. Lernmanagement-Systeme müssen infrastrukturell geplant werden. Die IT-Abteilung ist ein wichtiger Stakeholder – wird einen Software-as-a-Service-Lösung bevorzugt oder soll die Installation im eigenen Hause passieren. Ebenso nimmt die Abbildung der Unternehmensstruktur im System Zeit in Anspruch.

Der Content-Player ist schnell verfügbar und die Lernenden können zeitnah loslegen – dieser Zeitvorteil bedeutet aber eine Einschränkung der Funktionalität.

Die Qual der Wahl

Was ist die richtige Wahl? Soll es ein LMS sein oder genügt ein Content-Player?

Um diese Entscheidung zu treffen, bedarf es einer Betrachtung der Anforderungen.

Wenn ein Unternehmen die Entscheidung trifft, grundsätzlich digitales Lernen im Unternehmen einzuführen und zu etablieren, lohnt sich eine Prüfung der Möglichkeiten eines Lernmanagement-Systems. Besteht die Bereitschaft und die Ressourcen um ein langfristiges Lernkonzept zu erarbeiten und den Aufwand der Implementierung zu tragen, ist das Lernmanagement-System die richtige Entscheidung.

Lernmanagement-System

Dabei ist folgendes zu bedenken: Ein Lernmanagement-System lebt von seinen Inhalten. Aus Sicht der Lernenden ist der technische Unterbau nachrangig – es zählen die Inhalte. Unterweisende Inhalte lassen sich zuweisen und müssen so gelernt werden. Soll sich eine explorative Lernkultur etablieren, in der Lernende Inhalte individuelle für sich auswählen können, muss sichergestellt sein, dass Inhalte vorhanden sind. Nicht nur die Anzahl ist wichtig, sondern auch die Bereitschaft den Lernenden neue Inhalte bereitzustellen. Wie bei allen digitalen Angeboten schwindet die Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft, wenn beim Aufruf stets die gleichen Inhalte vorhanden sind.

Content-Player

Ist der Fokus des Unternehmens auf einzelnen Lerninhalten, beispielsweise der Durchführung von einmaligen Compliance-Schulungen, dann rückt der Content-Player als bevorzugte Auswahl in den Vordergrund. Beschaffte Lerninhalte lassen sich schnell und mit wenig Zeitaufwand an die Lernenden ausrollen und durcharbeiten. Die Zeit der Implementierung beschränkt sich auf ein Minimum und wenn das Unternehmen keine Notwendigkeit in den verwaltenden Zusatzmöglichkeiten eines Lernmanagement-Systems sieht, lässt sich das geforderte Wissen schnell im Unternehmen verankern.

Fazit

Ob Content-Player oder Lernmanagement-System hängt von den Anforderungen an das zu vermittelnde Wissen und den technischen und zeitlichen Ressourcen der Unternehmen ab. Im Optimalfall findet man einen Anbieter, der einen Content-Player mit Skalierungsoptionen in Richtung Lernmanagement-System bereitstellt. So hat man den Vorteil eines niedrigschwelligen Einstiegs mit schnellem Lernstart und kann abhängig von der Akzeptanz den Weg zu einem vollwertigen LMS gehen.