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Werkverträge, Leiharbeit und faire Arbeitsbedingungen – Compliancekonform durch Information

Werkverträge und Leiharbeit haben aktuell einen schlechten Ruf: Lohndumping, Ausbeutung und vieles mehr.

Dabei sind sie grundsätzlich legal, solange sie im gesetzlich geregelten Rahmen umgesetzt und nicht als Möglichkeit für günstigere Lohnzahlungen und Haftungsvermeidung missbraucht werden. Bei der Entscheidung, externes Personal zu beauftragen, ist es daher wichtig, Mitarbeitende ausreichend zu schulen, um die passende Vertragsform zu wählen und eine illegale Beschäftigung zu vermeiden.

Vorteile von Werkverträgen und Leiharbeit

Ein Unternehmen erhält einen großen Auftrag. Dafür benötigt es kurzfristig mehr Personal oder es benötigt dafür Kompetenzen, über die seine Mitarbeitende nicht verfügen.

Das Unternehmen hat nun verschiedene Möglichkeiten, seine Ressourcen anzupassen: Es kann neue Mitarbeitende fest anstellen – ist damit aber recht unflexibel. Die flexiblere Variante ist die Verpflichtung von Fremdpersonal – als Selbstständige, über Werkverträge oder als Leiharbeitende. So entstehen keine langfristigen fixen Kosten und eine Anpassung an saisonale oder konjunkturelle Schwankungen ist leicht möglich.

Abgrenzung des Werkvertrags von der Leiharbeit

Wie trifft das Unternehmen nun die Entscheidung, welche dieser Vertragsformen geeignet ist? Was sind überhaupt die Unterschiede?

Bei einem Werkvertrag geht es um ein konkretes Arbeitsergebnis: Der Auftragnehmende verpflichtet sich z. B. definierte Bauarbeiten auf dem Werksgelände auszuführen, die zum Bau einer Produktionsanlage nötig sind. Die Mitarbeitenden des Auftragnehmenden führen diese Arbeit nach seinen Anweisungen aus. Die Arbeitsorganisation, wie die Planung der Dienste und Urlaube, Stellung der Arbeitsmaterialien etc., übernimmt ebenfalls der Auftragnehmende – genauso wie die Haftung nach Abschluss der Arbeiten.

Bei der Leiharbeit schließt ein Unternehmen mit einem Zeitarbeitsunternehmen einen Arbeitnehmerüberlassungsvertrag ab. Darin wird z. B. Herr Max Mustermann – Angestellter des Zeitarbeitsunternehmens – für 3 Monate in Vollzeit als Fahrer für Lieferungen ausgeliehen. In diesem Fall erteilt der Entleihende – z. B. ein Elektrogroßhandel – dem Leiharbeitnehmenden Herrn Mustermann die Weisungen, wie die konkreten Arbeitszeiten und Fahrten, und gliedert ihn so in die eigene Arbeitsorganisation ein. Auch das Arbeitsmittel Fahrzeug wird gestellt.

Eine ausführliche Übersicht der Unterschiede finden Sie in dieser Checkliste. Weitere Bedingungen zur Werkarbeit und Arbeitnehmerüberlassung sind im BGB bzw. im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz definiert.

Risiko bei fehlerhaftem Fremdpersonaleinsatz

Werden diese Bedingungen nicht eingehalten, z. B. hinsichtlich der Dauer der Tätigkeit beim entleihenden Unternehmen oder dem Grad der Eingliederung in dessen Arbeitsorganisation, entsteht ein direktes Arbeitsverhältnis zwischen dem Auftraggebenden und dem Mitarbeitenden des Auftragnehmenden bzw. Zeitarbeitsunternehmens. Dann können ein Bußgeld sowie Ansprüche auf Nachvergütung und die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen drohen. Dies gilt auch, wenn das Fremdpersonal nicht absichtlich falsch beschäftigt wurde, sondern aufgrund eines Irrtums.

Es ist daher wichtig, die Verantwortlichen im Unternehmen entsprechend im Vorfeld zu schulen. Durch die Flexibilität von e-Learning Kursen können Mitarbeitende in den Abteilungen im Vorfeld oder bei Bedarf zu verschiedenen Themen geschult werden. Doch vor allem bei rechtlichen Grundlagen ist der Vorteil von Online Kursen enorm, denn sie können schnell und bedarfsgenau ausgerollt werden und somit vor Strafen schützen.