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Rapid e-Learning: Temporäre Informationen & schnelles Ausrollen

Produkte im schnellen Wandel und Themen, die in rasanter Geschwindigkeit ausgerollt werden müssen – Dynamik gehört zu unserer Informationskultur. Auch in der Weiterbildung müssen Lehrende auf diese Problematik eingehen. Dabei kann es um ein neues Software-Update, eine Gesetzesänderungen oder andere Themen gehen, die schnell im Arbeitsalltag ankommen müssen.

Was ist Rapid e-Learning?

Unter Rapid e-Learning wird die schnelle (rapide) Produktion von Lerninhalten verstanden. Bei dieser Form der Produktion wird die didaktische und methodische Qualität an die vorher bestimmte Produktionsdauer angepasst und der Fokus auf die Kernbotschaft gelegt.

Der Unterschied zu Lern-Nuggets

Die beiden Formate werden manchmal verwechselt oder verallgemeinert, da sie beide mit dem Schlagwort „Kurz“ in Verbindung gebracht werden. Dennoch ist eine klare Trennung der Formate möglich. Bei Lern-Nuggets geht es um kurze Lerninhalte von einer bis fünf Minuten, die Lernende schnell konsumieren und umsetzen können.

Beim Rapid e-Learning bezieht sich die Kürze auf die Produktionsdauer, die durch klare Absprachen und eine Verminderung des medialen Aufwandes kurzgehalten wird. Jedoch sind viele Rapid e-Learnings tatsächlich Lern-Nuggets, da sie aufgrund der kurzen Produktionszeit, meist auf ihre Kernbotschaft minimiert werden und so schnell konsumierbar sind.

Für mehr Informationen zu verschiedenen e-Learning Formaten, lesen Sie doch gerne unseren Beitrag: e-Learning im Unternehmen: Welches Format ist das Richtige?

Schnell produziertes Selbstlernmedium oder interaktive Präsentation?

Rapid e-Learning wird nicht nur häufig mit Lern-Nuggets gleichgesetzt, sondern auch gedanklich oft mit Präsentationen verbunden. Das ist an sich nicht falsch, da es ein Autorentool (Produktions-Software) gibt, welches die Funktion hat, aus PowerPoint Präsentationen, e-Learnings herzustellen. Doch diese Reduzierung würde dem Medium Rapid e-Learning nicht gerecht werden, denn es muss nicht auf Basis einer PowerPoint-Präsentation gearbeitet werden. Rapid e-Learning unterscheidet nur ein Wort von einem „normalen“, individuell produzierten e-Learning, und zwar das Wort “rapid”. Und wie wir oben schon geklärt haben, bezieht sich das Wort auf die Produktionsdauer.

Damit möchten wir hervorheben, dass Rapid e-Learning alle Funktionen eines e-Learnings hat und auf dem gleichen Weg produziert wird. Der einzige Unterschied ist, dass sich das produzierende Unternehmen und das kaufende Unternehmen vorher einigen, welche Faktoren zugunsten der Produktionsdauer minimiert werden können.

Praxisbeispiele:

Vorteile von Rapid e-Learning

Die Kund:innen liefern gut aufbereitete Informationen, die für weniger Konzeptionsaufwand sorgen. So kann sich das produzierende Unternehmen besser auf die methodische Umsetzung konzentrieren.

Während der Produktion wird auf eine Foto- und Video-Datenbank zugegriffen. So nimmt die Produktion der angepassten Medien weniger Raum ein.

Das e-Learning wird kurzgehalten und ohne Informationsverluste auf die Kernbotschaft minimiert.

Was ist zu beachten?

Das Format wird gerne als wirtschaftlich bezeichnet, da es auf das Benötigte reduziert ist und somit Kosten sparen kann. Jedoch muss bei der Produktion im eigenen Unternehmen oder im Einkauf bei Experten unter anderem auf folgende Dinge geachtet werden:

In erster Linie ist es wichtig, zu verstehen, dass eine Präsentation, die vorher von Trainer:innen gehalten wurde, nicht automatisch als Selbstlernmedium funktioniert. Auch dann nicht, wenn es mit interaktiven Elementen ergänzt wurde. Durch die kurze Produktionsdauer können Informationsverluste auftreten. Somit müssen die didaktischen Bestandteile auch bei der rapiden Produktion im Fokus stehen, besonders wenn die methodische beziehungsweise mediale Umsetzung bei der Produktionsdauer eingespart wurde. Ein Lernmedium, egal ob „normal“ oder rapide produziert, muss die Lernenden zum aktiven Mitdenken und Mitarbeiten animieren. Ebenso sollte auf die Vollständigkeit der zu vermittelnden Informationen geachtet werden, denn die Lernenden müssen die angesprochenen Situationen in ihrem jeweiligen Arbeitsalltag entdecken, um das Gelernte aktiv anzuwenden. Denn letztendlich ist die Wirtschaftlichkeit jedes Lernmediums nur gegeben, wenn es das Ziel des Lernens erfüllt.