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Erklärvideos – Einsatzgebiete, Videostile & Produktionsablauf

Ein Video über eine mathematische Formel oder wie die Lampe im Kühlschrank ausgewechselt werden kann – Wir alle schauen im Alltag ab und zu Videos, die uns komplexe Zusammenhänge oder Arbeitsschritte erklären. Durch die optische Aufbereitung von Erklärvideos lassen sich eine Reihe von Anforderungen, angepasst an individuelle Bedürfnisse einfach umsetzen. Doch worauf kommt es bei Erklärvideos an, welche Arten von Erklärvideos gibt es und wo können diese auch im beruflichen Kontext eingesetzt werden?

Was ist ein Erklärvideo?

Erklärvideos und Smartshows sind kurze Filme, die den Zuschauenden mit Hilfe von Storytelling abstrakte Konzepte oder Zusammenhänge erläutern und zeitlich sowie örtlich flexibel aufrufbar sind. Dadurch lassen sie sich vielseitig anwenden und sind eine wertvolle Unterstützung für die Vermittlung von Inhalten. Auch komplexe Zusammenhänge lassen sich so durch eine verständliche Darstellung einfach erklären. Vielmehr können so zusätzlich entscheidende Handlungsimpulse geschaffen werden.

Einsatzgebiete von Erklärvideos

Da unser Gehirn Videomaterial deutlich schneller verarbeitet als reine Textinformationen, kann bei einem Erklärvideo durch das Storytelling und dem damit verbundenen schnelleren Begreifen von Zusammenhängen, bei den Zuschauenden für eine nachhaltige Informationsvermittlung gesorgt werden. Zusätzlich sind unsere Augen durch Plattformen wie Youtube, Instagram, Facebook oder auch Streamingplattformen im Allgemeinen an Videos als Kommunikationsmedium gewöhnt. Auch im beruflichen Kontext lassen sich Videos für eine Vielzahl von Zwecken einsetzen, dazuzählen zum Beispiel Produktvorstellungen, Anwendungsbeispiele oder auch Werbe- oder Recruitingmaßnahmen.

Aber auch für rein interne Verwendungszwecke wie Schulungsvideos, Tone-from-the-Top Videos, Erklärungen zum Intranet, die Erläuterung zu Prozessabläufen, Compliance -Themen oder auch eLearning Maßnahmen können für den Betrieb genutzt werden. Interne Videos informieren über Neuigkeiten oder künftige Veränderungen des Unternehmens und verstärken zusätzlich die Bindung zwischen den Mitarbeitenden und dem Unternehmen.

Die bekanntesten Videostile

Genauso wie es eine Reihe von Einsatzgebieten für Erklärvideos gibt, finden sich inzwischen die verschiedensten Videostile. Im Folgenden wollen wir einige nennen und näher erläutern.

2D Animationsstil

Mit unterschiedlichen Techniken, Farbmustern und Prinzipien wird das Erklärvideo bei 2D Animationsfilmen in Bewegung gebracht. Dabei bewegen sich Figuren und Objekte in der zweidimensionalen Ebene. In Ergänzung mit Text und Musik aber auch alleinstehend, ergeben die animierten Bilder aussagekräftige Videos.

Legetechnik

Ein Erklärvideo in der Legetechnik wirkt sympathisch, da es mit einfachen Mitteln komplexe Zusammenhänge erklärt. Mit dem leicht verspielten Charakter sorgen handgezeichnete Illustrationen, Grafiken und Charakteren für einen maximalen Lerneffekt. Die Objekte werden dabei jeweils mit einer realen Hand “gelegt” und verschoben.

Comicstil

Der Comic-Stil ist sehr beliebt. Die Videos leben von zahlreichen Comic Elementen, die sich sehr oft durch  viele verschiedene Bewegungen  auszeichnen. Die Zuschauenden sind sehr auf den visuellen Part des Videos fokussiert, dadurch lassen sich auch kompliziertere Sachverhalte ansprechend darstellen

3D Animationsstil

Auch beim 3D Animationsfilme wird mit Hilfe von unterschiedlichen Techniken, Farbmustern und Prinzipien das Erklärvideos in Bewegung gebracht. Hier bewegen die Figuren und Objekte sich jedoch auf der dreidimensionalen Ebene, wodurch sich eine räumliche Tiefe ergibt.

Realfilm

Als Realfilm wird grundsätzlich ein Film definiert, bei dem tatsächliche Szenen und Bewegungen von einer Kamera abgefilmt werden. Er zeichnet sich also dadurch aus, dass reale Personen (Schauspieler) ein Script performen und das Echtbild davon gefilmt wird. Die Arbeit findet bei der Filmproduktion eines Realfilms deshalb sowohl vor als auch hinter der Kamera statt.

Interaktives Erklärvideo

Ein interaktives Video ermöglicht es, dass die Zuschauenden mithilfe von Storytelling selbst ein Teil eines Videos werden. Die persönlichen Entscheidung der Zuschauenden können den Verlauf des Videos bestimmen und so das Erlebnis beeinflussen. Sie sind ein nützliches Tool, um Informationen auf einer persönlichen, unterhaltsamen und einprägsamen Ebene zu kommunizieren.

Methodische-didaktische Konzeptionsphasen eines Erklärvideos

Wie entsteht jetzt eigentlich so ein Erklärvideo. Nachdem wir uns mit den Einsatzgebieten und Videostilen auseinandergesetzt haben, wollen wir nun darüber sprechen, wie so eine Erklärvideoproduktion auch für Ihr Projekt ablaufen könnte.

Mit diesem Gespräch wird die Basis für die Produktion gelegt. Damit das Erklärvideo auch am Ende den genauen Wünschen entspricht, sollten Kund:innen der Agentur hilfreiche Informationen vor dem Termin zusammenstellen und im Termin genaue Absprachen treffen. Diese werden in einem Dokument festgehalten und bilden die Basis für den Projektplan. Dazu gehören Infos wie: Welches Ziel soll mit dem Video erreicht werden oder auch welche organisatorischen Besonderheiten wie Sprachen, CI-Vorgaben oder Timing müssen beachtet werden. Basierend auf diesen Informationen können Agenturen mit den Vorbereitungen und der Planung der Erklärvideoproduktion beginnen.

Das Konzept ist der erste Schritt innerhalb der Videoproduktion. Hier wird nun unter Berücksichtigung der Angaben ein Drehbuch entwickelt. Das Konzept beinhaltet den Sprechertext, die dazugehörige beschriebene visuelle Darstellung und Angaben zum Sounddesign. Hier entsteht die Basis des Erklärvideos. Mittels Storytelling wird die Botschaft auf kreative Weise didaktisch aufbereitet und transportiert.

Hier kommt die Grafikabteilung ins Spiel. Das Drehbuch ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Produktionsschritte. Anhand dieses kümmern sich die jeweiligen Fachabteilungen beispielsweise um die grafische Aufbereitung und auch die Vertonung der Audiotexte und erwecken so mit verschiedener Software, der Erstellung von Animationen und dem Schnitt das Konzept zum Leben. Bei Realfilmen sind auch die Kamera- und Tonleute sowie natürlich die Schauspielenden wichtig, hier geht es vorher in den Dreh und dann in die Postproduktion.

Wenn die Produktion abgeschlossen ist, nehmen wir uns nochmal gemeinsam mit den Kund:innen die Zeit auf das Endprodukt zu schauen. In einer oder zwei Feedbackschleifen arbeiten wir Kundenwünsche in das fertige Video ein, so dass am Ende ein Produkt an die Kund:innen geliefert wird, welches diesen gefällt und welches sinnvoll und mit Überzeugung eingesetzt werden kann.